Montag, 2. September 2019

TAR 3. Etappe

REGEN HAT WAS EINZIGARTIGES!  GATSCH

Die 3. Etappe von ST. Anton nach Landeck hat 40km und 1900HM hinauf und ein paar mehr hinunter. Das Hinunter war der absolute Hammer. Schnell, gatschig, unglaublich technisch anspruchsvoll - aber das Beste daran war, wir haben viele hinter uns gelassen. Die Organisation ist wirklich perfekt - da die Ausrüstung bei vielen nicht mit einer Regenjacke bestückt war  wurden sofort welche bereitgestellt. Da es an manchen Stellen die Erde weggeschwemmt hat, wurden Seile gespannt - Sicherheitsvorkehrungen an den notwendigsten Bereichen. Ich hab dann gleich eines ausprobiert, war leider nicht so gespannt wie ich es gedacht hatte und schon war ich im Überhang. Alles gut. Klemens und ich haben eine mittlerweile echt geniale Taktik entwickelt - wenn es steil wird, wenn mir die Kräfte ausgehen - Klemens zieht wie eine Dampflok. Mein absolutes Eingeständnis er ist einfach stärker als ich und somit profitiert das HuTo-Team. Platz 4 konstant - in der Gesamtwertung mit 26Sekunden NOCH auf Platz 3. Eigentlich völlige Nebensache - es ist super hier.
Morgen ist die Königsetappe - unendliche Kilometer, unglaube Höhenmeter aber das wichtigste fantastisches Wetter.
Da ich jetzt froh bin ins Bett zu kommen - Klemens schon alles hergerichtet hat...………..LICHT AUS

Sonntag, 1. September 2019

Etappe 2 des TAR 2019

Gestern sind wir noch am Stockerl gestanden - heute ist es nur mehr die Blecherne. Das ist die erste Nachricht.
 Es ging von Lech am Arlberg (Start 7:00Uhr) nach St. Anton am Arlberg. 27,7km 1787km Hinauf und 1919 Höhenmeter wieder Hinunter. Es waren 3 Verpflegungsstellen.
Der gestrige Tag hatte es doch ziemlich in sich - ich habe meine Hüfte gespürt, und das war für mich ein Zeichen, es heute  etwas vorsichtiger anzugehen, denn schließlich haben wir noch 6 Etappen und die Schwersten liegen noch vor uns.
Lech war schon unglaublich schön, die Häuser dort und die Hotels sind sehr beeindruckend. Ich kenne zwar St. Christoph nicht, aber ich denke nicht das Lech hinten dran stehen muss. Sauber und gepflegt, würde mein Herr PAPA sagen. Von den Vorzeigeautos will ich erst gar nicht schreiben.
Aber jetzt zum Lauf  -  durch den Stockerlplatz durften wir im Startblock A starten. Jedoch durch meine auferlegte Notbremse und das sofortige steile Anstieg war unser Tempo gedämpft - das Resultat war Schlange stehen beim Aufstieg da es bereits nach 1km auf den ersten Pfad abgebogen wurde. Für uns war es wichtig, nicht bereits am Anfang zu überziehen. Daher sind wir die ersten 300 Höhenmeter deutlich langsamer aufgestiegen als üblich, was sich aber im Laufe der Etappe noch als ganz gut herausstellen sollte. Nach 4,5km und 903 Hm Aufstieg erreichten wir bereits den ersten Verpflegunsposten, den wir  rechts liegen ließen, da unsere Getränkeflaschen noch gut gefüllt waren und die nächste VP bereits bei KM 12,6 am Flexenpass aufgebaut war und es bis dorthin fast nur bergab ging. Die Bergabpassage nach Zürs war sehr abwechslungsreich, ein bisserl Asphalt, einiges an Schotter und jede Menge Wiese, die aufgrund des gestrigen starken Regens am Abend sehr rutschig war. Nach der VP2 ging es noch ein bisserl Auf und Ab ehe sich der 2. große Anstieg Richtung Ulmer Hütte vor uns aufbaute. Und der hatte es durchaus in sich. Auf Knapp 3km durften wir ca 600 HM im Aufstieg bewältigen. Zur Belohnung gab es oben auf der Ulmer Hütte den letzten VP des Tages. Danach sollte es eigentlich nur noch bergab gehen, zumindest haben wir das geglaubt. In Wirklichkeit ging es in einer Art "Labyrinth" nach links und rechts und auf und ab. Etwas zermürbend. Aber ab dem Maiensee ging es wirklich bergab Richtung St. Anton. Auf den letzten 4,5km der Etappe waren ca. 600 HM im Abstieg über Stock und Stein und jede Menge Wurzelwerk zu bewältigen. Aber da wir zu Beginn der Etappe Kraft gespart haben, konnten wir am Ende noch ein bisserl Gas geben. Am Ende schaut der 4. Rang in der Masters Mixed Klasse heraus und aufgrund des frühen Starts können wir jetzt den ganzen Nachmittag die Beine hochlegen und uns optimal für die morgige Etappe erholen.
Jetzt freu ich mich auf einen Kaffee, oder so. Wenn man durch St, Anton geht hängen bei jedem Hotel die Laufsachen draussen - schon ein grosses Event - und die Gastfreundschaft der Österreicher kann sich sehen lassen, bin schon gespannt auf Landeck. Ich muss schon sagen Vorarberg gefällt mir.
Over and out bis morgen

Samstag, 31. August 2019

Transalpin 2019.......Auf ein Neues

Hallo erstmal!

Weil es sich meine Mama gewünscht hat, und sie für mich ganz wichtig ist, werden diese Seiten wieder befüllt. Dieses Abenteuer ist der TAR 2019 - Transalpin Run 2019 - mit gesamt 17000 Höhenmetern
und 270km  - und das alles in 8 Etappen, also in 8 Tagen.
Wir sind heute morgen um 9:00 Uhr gestartet und um 15:00 Uhr "gelandet". Wir haben 5 Stunden und 50min gebraucht. Keine Ahnung was wir in den restlichen 10 Minuten gemacht - es waren 39,19 km und 2340 Höhenmeter im Aufstieg und 1700 Höhenmeter im Abstieg.
Das wären jetzt so mal die technischen Details. Aber grundsätzlich interessiert das nur die Freaks.

Die Vorbereitung für diesen Lauf hat eigentlich schon im Februar/März begonnen - mit Radfahren. Ich hatte noch nie so gefrorene Zehen und Finger -und hatte noch nie "Verhüterlies" über die Radschuhe. Aber man gönnt sich ja sonst nix - eine normale Frau würde sich im Frühjahr eine neue Kleiderkollektion kaufen - ich kaufe mir Überschuhe für meine Radschuhe - und noch so einiges an "Radausrüstung". Der Sinn dahinter waren ordentliche Oberschenkel, damit ich diese Bergaufpassagen ohne Probleme schaffen kann. Damit Training auch ein wenig Spaß macht, wurden die Radrennen "Race around Niederösterreich" und das "24h Radrennen in Grieskrichen" ausgesucht. Zur Vorbereitung haben wir uns auch 1 Woche Pitztal-Trail-Running gegönnt - geschwitzt haben wir genug - geflucht sowieso, weil Klemens die Route ausgesucht hat und wir uns nicht nur einmal verkoffert hatten. Mir war es grundsätzlich egal - aber ein etwas unentspannter Laufpartner ist mit der Zeit auch nicht lustig. Aber da Übung den Meister macht - hat es dann ja eh funktioniert und die Laufrouten waren dann nicht mehr im Gebüsch, sondern auf Wanderwegen - auch nett!!
Wir haben auch den Schneeberg öfters unsicher gemacht, aber ich muss ehrlich gestehen, durch diese vielen Geröllhaufen und das lockere Gestein, ist mir diese Trainingsmöglichkeit eher ein notwendiges Übel.
So, das war unsere Vorbereitung im Grunde - viele kleine Details noch, aber das wäre hier übertrieben.
Unsere chaotische Familienkonstellation hat über diesen Sommer mal wieder sensationelle Wellen geschlagen. Aber dadurch weiß ich jetzt warum ich diese "Extreme" so liebe, diese Herausforderung an meine Grenzen zu gehen - warum es mir wichtig ist, das mein Geist spürt, wenn mein Körper sich plagen muss. Damit ich Lösungen finden kann, mein Geist sich anstrengen muss, Extremsituationen auszuhalten, ohne schreiend und haareraufend durch ganz Wien zu rennen, oder aber an der Gerechtigkeit dieses Lebens zu zweifeln. Aber im Grunde wird dann alles wieder gut.
Jetzt zum heutigen Tag -
wie erwähnt 9:00 Uhr Start.....vorher Taschenabgabe, damit diese ins Hotel im Zielort transportiert werden können, danach noch einmal kurz ins Hotel, wir haben uns den Luxus gegönnt, nur 400m vom Startgelände zu übernachten. Zumindest die erste Nacht sollte entspannt ablaufen. Frühes Aufstehen ist die nächsten Tage ohnehin am Tagesprogramm.. Um 8:15 machen wir uns dann auf zum Check-In. Gewohnte Routine aus dem Vorjahr: Erste Hilfe Set, warme Kleidung, beschriftete Verpflegung, Streckenplan, Getränkebehälter und natürlich das aufgeladene Telefon. Alles an Bord bzw im Rucksack. Im Startbereich treffen wir dann einige Wiederholungstäter aus dem Vorjahr und auch zwei Mitstreiter vom Deutschlandlauf 2017, die als Zuschauer dabei sind.
Wir sind relativ entspannt, genießen die Sonnenstrahlen und starten um 9:00 Uhr gemütlich mit ca 1000 weiteren Läuferinnen und Läufern. Zu Beginn geht es ca 5km flach aus Oberstdorf raus, was die Sache sehr gemütlich macht, weil es ausreichend breit ist und so jeder sein Tempo finden kann.
Erster Höhepunkt des Tages ist die Heini-Klopfer-Flugschanze, oder etwas blasphemischerm "Der Zeigefinger Gottes". Zum Glück müssen wir nur unter dem Anlaufturm durchlaufen ;). Dann geht es rauf zum ersten Verpflegungspunkt auf der Wankalpe. Wir füllen unsere Softflasks auf, essen eine Kleinigkeit und dann geht es auch schon weiter zum höchsten Punkt des Tages auf die Roßgrundscharte. Es läuft und wandert sich recht gut. Wir versuchen uns gegenseitig nicht allzu sehr zu pushen und sind überrascht, dass es in diesem Jahr ziemlich ruhig zugeht auf der Strecke. Zumindest heute. Es folgt ein ständiges Auf und Ab. Landschaftlich wunderschön und lauftechnisch durchaus sehr anspruchsvoll. Aber dafür haben wir ja trainiert. Über den Schrofenpass gelangen wir zur VP2. Erneut Getränke nachfüllen, ein bisschen was zwischen die Zähne und weiter geht es in Richtung Oberlech und mit einem 3km Downhill nach Lech ins Ziel, dass wir nach 5:50 Stunden erreichen. Zu unserer Überraschung als Drittes Master Mixed Team.
Fazit: Es ist richtig rund gelaufen! Für morgen heißt es Ruhe bewahren und ruhig und bedächtig weiterlaufen. Es sind noch einige KM bis Sulden.
Jetzt aber regenerieren, Strukturen glätten - das Hotelzimmer geniessen. Es regnet, total beruhigend.
Vorallem kein Notruf von zu Hause, ist am beruhigsten - Jakob wird verpflegt, um sorgt - Tobias gleich mit - Danke Marianne und Rudi. Sebastian ist rundumverplant - und guter Dinge.
Passt !!!!!
Bis morgen

Sonntag, 9. September 2018

TAR-Etappe 7

Alles wird gut!
Startzeit: 8.00 Uhr
Strecke: Sarnthein nach Brixen mit 36km und 2200 Höhenmeter im Aufstieg und 2580 Höhenmeter im Abstieg. Unser Zieleinlauf war nach 6:07 Stunden.
Wie vorausgesagt, war diese Strecke einer der Schönsten. Da für mich die Etappe 6, die emotionalste und anstrengendste war, ging ich mit einem ziemlich mulmigen Gefühl an den Start. Gott sei Dank war es zu Beginn nur eine kurze Asphaltpassage und es wurde kein Schnellstart...so wie gestern, sondern ein gemütliches aber zügiges aufwärmendes nach OBEN.
Klemens war dieses mal meistens neben oder hinter mir, um mich nach vorne zu schieben oder einfach ein bisschen da zu sein, wenn mein Kopf nicht mehr mitgespielt hat. Vor den Abwärtspassagen hatte ich Respekt, denn die ständige Stauchung deines Körpers hat seine Spuren hinterlassen. Aber ich hab einen Weg gefunden, gar nicht mal so langsam, ohne großes "Luftwegbleiben" diese ordentlich langen Strecken (5km/500HM - 10km/2000HM im Schuss nach unten) laufend zu schaffen.
Wenn man sich für solche Etappenläufe entscheidet, trifft man auf der Strecke immer wieder die selben Mitstreiter. Jeder Mensch ist verschieden - jeder hat so eine Macken - die Toleranz dessen wird oft auf eine harte Probe gestellt.
Da wäre die "Schnaufende" - mit lautem Gestöhne, Geächze und Gekeuche versüßt sie einem den Morgen, ich war jedes Mal versucht ihr entweder einen Asthmaspray zu verabreichen, oder ihr zu raten, das Rennen zu beenden, bevor sie kollabiert - sie hat gemeinsam mit ihrem Partner jedes Mal vor uns die Ziellinie erreicht.
Dann kommt "der Spuckende" - die Nationalität war weit Jenseits des Pazifiks  - ich hatte das Vergnügen, das er bei einigen Bergaufstrecken hinter mir war - nach jeden gefühlten 10 Metern vernahm ich dieses Geräuspere, dieses Nach-Oben-Holende und schließlich Ausspuckende....da seine Partnerin immer knapp hinter ihm war, konnte die Schleimspur nicht so groß gewesen sein, aber ich hoffte immer nur inständig - das er bitte nie zum Überholen die Energie hat.
Dann der "Ignorant" - ausgerüstet mit Doppelboxen und der Mission alle die ihn umgeben mit seiner Technomusik zu bespassen - lautstark und schon von Weitem hörend - kam er des Weges - gepushed von der Musik - jegliche Aufforderungen und Vorschläge unsererseits zu irgnorieren, die Landschaft und uns mit dem "Geduddle" nicht zu quälen. Irgendwann ging ihm zum Glück seine Kraft verloren und unser gequält werden hatte ein Ende.
Zu guter Letzt der "Überehrgeizige"- er rennt vor, bleibt stehen, schaut auf die Uhr, wartet voller Ungeduld bis sein PartnerIn näher kommt und rennt dann weiter voraus. Ich könnte noch eine Weile weiterschreiben, aber das wird mühsam ……
Die Landschaft war ein Traum, die Gipfel gut sichtbar, beeindruckend diese gewaltigen Riesen, wenn
die kalte Luft den Gipfel ankündigt und du mit ganz viel Hochachtung den Grad hinauf beschreiten darfst. Mit jedem Schritt kam das Ende dieses Abenteuers näher - dieses einzigartige Rennen, mit unglaublichen Höhen und Tiefen - ein Rennen das Zusammenhalten lässt oder auch trennen kann. Klemens und ich waren ein tolles Team - grundsätzlich wussten wir über die unterschiedlichen Leistungsklassen bescheid - unglaublich war es trotzdem gemeinsam, glücklich und mit viel Eindrücken im Kopf ins Ziel zu laufen.
Jetzt heißt es für's Erste erholen, die Eindrücke verarbeiten und dann das nächste Abenteuer "von Oben nach Unten" zu planen.
Das Motto aller FinisherInnen


Freitag, 7. September 2018

TAR-Etappe 6

Start: 7:00 Uhr/St. Leonhard im Passeiertaö
Ziel: Sarnthein
Länge:34km/2524hm Aufstieg/2223hm Abstieg
Laufzeit: 7:06
SO SOLL LAUFEN NICHT!
Aufgrund einer Gewitterwarnung wurde auch heute der Start um eine Stunde nach vorne verlegt und die Karenzzeiten bei VP1&2 verkürzt. Wer um 11:45 nicht bei VP2 durch ist, wird aus dem Rennen genommen, da ab 13:00 Uhr Gewitter angesagt sind und die LäuferInnen zu diesem Zeitpunkt an der höchsten und exponiertesten Stelle der Etappe sein würden. Dementsprechend hektisch und nervös war der Start. Wir ließen uns leider auch anstecken und sind viel zu schnell gestartet. Zu Beginn lief alles noch sehr gut, aber nach und nach machte sich bei Angelika der Magen und die Leber bemerkbar. Das heißt, dass ein tiefes Durchatmen kaum mehr möglich war und sich bei jeder Erschütterung, davon gibt es beim Laufen genug, die rechte Körperhälfte verkrampft. An vernünftige Nahrungsaufnahme ist dann leider auch nicht mehr zu denken. Bis zum höchsten Punkt des Tages lief es noch ganz gut, aber beim Bergabtrail danach, begann das große Leiden. Das schlimme daran ist, dass man als Partner völlig hilflos zusehen muss. Zumindest bei den bergauf Passagen konnte ich mein Herz mit anschieben unterstützen, bergab konnte ich allerdings gar nichts machen. Außer einen ordentlichen Abflug hinzulegen und die Felsen zu küssen. Blutige Nase, blutiges Knie und abgeschürftes Kinn. Aber alles Gut! Zumindest hatte ich von nun an von so ziemlich allen Wanderern und Läufer den vollen Zuspruch und Mitleid. Angelika kämpfte sich tapfer ins Ziel, auch wenn ich ihr deutlich angesehen habe, dass sie due Trails viel lieber laufen würde. Es kann halt leider nicht nur gute Tage geben. So erreichten wir nach 7:06 Stunden das Ziel. Müde, aber ein absolut emotionaler Moment, einzigartig, diesen gemeinsam zu erleben. Muskulär geht es Angelika gut, was uns sehr positiv für die letzte Etappe stimmt. Für die Leber habe ich in der Apotheke Tee besorgt, der uns morgen auf der Etappe nach Brixen begleiten wird.